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26 | 04 | 2017
Syrien-Krieg beenden PDF Drucken
Freitag, den 16. Dezember 2016 um 23:21 Uhr

Mahnwache für ALEPPO

DFG-VK und Friedensplenum Mannheim unterstützten die von Mannheim sagt Ja! e.V. initiierte Mahnwache. Rund 150 Menschen waren zu der bewegenden Aktion gekommen , deren zentrales Anliegen der Schutz und die Rettung der Menschen Menschen in Aleppo war.

Zur Mahnwache waren rund 150 Menschen gekommen, denen es wie auch uns ein Bedürfnis war, Solidarität mit den von Krieg und Terror in Aleppo betroffenen Menschen zu zeigen. Es ging auch darum Beileid auszudrücken für die 12 Getöteten des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Berlin. Das Leiden der in Berlin Getöteten lässt einen besser verstehen,  welcher schrecklichen Situation die Menschen in Aleppo und anderen Kampfgebieten in Syrien ausgesetzt sind.

Solidarität mit den leidenden Menschen – keine einseitige Parteinahme

In seiner eindrucksvollen Rede sagte der Vorsitzende von „Mannheim sagt Ja!“ (und Grünen-Stadtrat) Gerhard Fontagnier, dass man angesichts des Versagens der Weltgemeinschaft ein Zeichen der Solidarität mit den leidenden Menschen in Aleppo habe setzen wollen und Hilfe für sie einfordern wolle. Mit der Mahnwache wolle man weder für die Rebellen noch für Präsident Asad Partei ergreifen. Ebensowenig habe die EU, USA und Russland, noch einer der vielen Staaten, die sich in Syrien einmischten, eine weiße Weste.

Fontagnier sprach sich gegen die Unterstützung von Rebellengruppen aus und für humanitäre Hilfe. Deutschland und die EU müssten weiter bereit sein, Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen und sollten die Familienzusammenführung nicht blockieren.

Ein Video der Rede von Fontagnier ist auf der Seite von Mannheim sagt Ja veröffentlicht. Auf dieser Basis haben wir einige Passagen im Folgenden wörtlich wiedergegeben.

„Mit Helikoptern Bomben abzuwerfen über Städte muss verboten werden.

„Die UN darf ihre Mittel nur noch nach humanitären Gesichtspunkten vergeben und nicht um irgendwelche Rebellen zu finanzieren, oder irgendwelche Menschen zu finanzieren, die mit ihren Gewehren irgendeinen Diktator absetzen sollen.“

„Und wenn sich in Zukunft Europa und die westliche Welt einmischt, dann eben nicht für eigene Machtinteressen, und nicht für Öl und nicht zum Sturz von Regimen, sondern ausschließlich zum Schutz für Zivilisten vor Ort.“

„Es ist nicht die Zeit, ständig über unsere Unterschiede zu reden, wir müssen unsere Gemeinsamkeiten erkennen.“

„Wir von MA sagt ja haben uns für Flüchtlinge aus Syrien eingesetzt, die aus verschiedensten Gründen nach MA gekommen sind, aus verschiedensten Gründen geflüchtet sind, egal welche Ansichten sie hatten, egal welche Religion sie hatten und weshalb sie hier hergekommen sind. Ich wünsche, dass ihr euch einsetzt für euren Mitmenschen, egal welchen Glauben er hat und welche Politik er vertritt.“

„Zusammenrücken, zusammenstehen, Versöhnung statt Hass.“

Zu der gelungenen Aktion trugen auch die Beiträge verschiedener MusikerInnen bei. Als das Lied „Wie shall overcome“ gespielt wurde, sangen viele mit und die Verse „We are not afraid“ besonders laut.

Es kam auch ein junger aus Syrien Geflüchteter zu Wort. In seinem kurzen Beitrag griff er das Assad-Regime, Russland und den Iran heftig an und beschuldigte sie schlimmer Greueltaten. Der Neckarstadtblog hat seine Rede veröffentlicht.

Medienberichte, Fotos und Videos

Mahnwache für Aleppo und Berlin in Mannheim, Echo online (Darmstädter Echo) 23.12.2016

„Sie bringen den Tod auf die Straßen“, Neckarstadtblog

Mahnwache für Aleppo und Berlin in Mannheim, RNZ 23.12.2016

Auf Facebook haben mehrere Leute Bilder hochgeladen, exemplarisch hier


Der Aufruf von Mannheim sagt Ja! hat folgenden Wortlaut.

Auch wenn es sehr spät ist was die Ereignisse in Aleppo anbelangt, so wollen wir doch am 21. Dezember 2016 ein Zeichen setzen und unserem Schmerz und unserer Anteilnahme am Leid der Menschen in Aleppo und den von dort Geflohenen, Ausdruck geben. Wur rufen alle Initiativen und Gruppen,  Bürgerinnen und Bürger Mannheims dazu auf an der Mahnwache teilzunehmen. Wir möchten nur den Anstoß geben und hoffen auf breite Beteiligung und Mobilisierung.

Die humanitäre Lage in Aleppo ist katastrophal. Die medizinische Versorgung ist weitgehend zusammengebrochen, es gibt kaum Lebensmittel und Trinkwasser. "Der Horror geht immer weiter, auch wenn die Kämpfe eingestellt werden sollten", sagt Alia Al-Dalli, Direktorin der SOS-Kinderdörfer im Nahen Osten. "Vor allem die vielen Kinder, die ihre Eltern verloren haben, haben es sehr schwer in Aleppo. Sie versuchen in diesem Chaos und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt allein zu überleben."

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat zur Waffenruhe in Aleppo aufgerufen. Die syrische Stadt werde von den Kriegsparteien in die "Hölle" gestoßen, hieß es in einer Erklärung.

Der scheidende UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat das Versagen der Vereinten Nationen im Syrien-Krieg als die größte Enttäuschung seiner Amtszeit bezeichnet. "Was ich am meisten bereue, jetzt, wo ich aus dem Amt scheide, ist der anhaltende Albtraum in Syrien", sagte Ban bei einer Veranstaltung des UN-Sicherheitsrats in New York.

DRK-Präsident Rudolf Seiters sagte den Zeitungen, dass die Helfer der Organisation in Aleppo "buchstäblich Überlebenshilfe" leisteten: "Der Bedarf ist immens, aber das Andauern der Kämpfe und der Mangel an Sicherheit erschweren die humanitäre Hilfe sowie auch notwendige Reparaturarbeiten etwa an Infrastruktur und Wasserleitungen gravierend." Den Menschen fehle es an allem. "Nahrung und Medikamente werden dringend benötigt", sagte Seiters. "Die Situation in der Stadt ist katastrophal."